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Mein Wort

Ich gehe kaputt
meiner Wege,
wie du,
aber ruf nach mir
und sie kreuzen sich,
das ist mein
Wort.

4.1.07 01:25, kommentieren



Unentschieden

Worte und Namen,
sind Lüge und Folter,
für den, der das ehrlich beschreiben will,
jener ist weder ich noch du.

Die Welt, die keine Welt enthält,
ist in ein Licht getaucht,
das nicht licht ist,
einfach so, schamlos, zeigt sie alles
und eigentlich nichts,
aber die Dunkelheit ist fort,
sie gibt sich keine Mühe
irgend einen Schein zu wahren,
milchig verwaschen,
aus einem Schlaf erwacht,
der traumlose Ewigkeit war,
ohne einen Morgen,
ohne Anfang und kein Ende,
ohne Himmel und ohne Wolken,
ohne Wetter,
ohne Vergangenheit und ohne Zukunft,
ohne Erinnerung und ohne Plan,
keine Sonne, kein Gewitter,
entschiedene Dinge
sind aufgeweicht und ineinander
verloren gegangen,
ausufernd,
ins Uferlose,
ohne Land
in Sicht,
und ohne klares Wasser,

aber irgend etwas,
was man nicht benennen kann
steht bis zu keinem Hals
oder sonst einer Stelle,
die es nicht mehr gibt,
und es gibt auch sonst nichts,
was einen Namen hätte,

Nur ein ausuferndes Gedicht,
ohne Dichte, das sich auflöst

es treibt vor sich hin,
wie ein selbst gebastelter Rettungsring
auf dem Einheits Brei,
den Gott heute mischt,
aus allen Farben des Farbkastens,
hoffentlich kommen seine Eltern bald heim,
und gehören nicht der
"laissez faire" Bewegung an.

4.1.07 12:32, kommentieren

Menschen...

Meintest du mich
wärest du so
unglaublich,
aber natürlich
ist es nur eines der Spiele,
die nicht ernst sind,
es gibt immer den Gärtner
oder den Tanzlehrer,
der, der Mörder ist.

Meine Jeans bleicht aus,
meine Schuhe laufen sich durch,
BB King singt mir den Blues:
"the thrill is gone"

was bleibt denn schon,
als meine Dummheit?

4.1.07 12:35, kommentieren

Keine Gedanken machen

Der text wird in 70 jahren für die Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht

(Mit freundlichen Grüßen, Amt für Ordnung) 

6.1.07 02:40, kommentieren

Tiefer sinken

Du hast mich scharf gemacht,
wie eine Unterwasserbombe
in die See gestoßen,
und ich bin heiss
in ihre kühle Umarmung gesunken,
ins Schwarz,
das vor meinen Augen wurde,
einen tiefen Rausch,
in dem ich detonierte,
dort,
wo es in der Dunkelheit
unter dem Druck von Athmosphären
knistert.

Nur ein Kräuseln
huscht über den Meeresspiegel,
wie ein Schmunzeln über
Tiefgründiges,
Seebeben.

7.1.07 23:10, kommentieren

Von Form zum Losen

Namen: Schall und Rauch,
mag ich nur als deine Stimme
und Vibration im Bauch,
wenn ich das Licht dimme,
in deinem Wesen tauch,
im Nebel unsrer Pflanzen
benetzt von deinem Atemhauch,
die Wandlungsformen tanzen.

Forme keine festen Worte
tanz mir die Ferne nah
und alle Nähe fern
zeig mir vergehnde Orte
die niemand jemals sah,

ich verliere sie so gerne,
mit dir die festen Namen
und finde mich an dir
in deiner Formen Rahmen

sag darum nichts zu mir
die Welt vergeht dann leise
und unser Atem spricht
einzigartig, seine Weise,
jede seiner Wellen bricht,
zieht reizend weite Kreise.

In denen Zeit und Raum gelöst
Formen sich ergänzen lassen
Durst hast du mir eingeflösst,
nach Spiel, wie wir wohl passen.

9.1.07 17:25, kommentieren

Lerne das Glücksspiel

Ich baue Kartenhäuser
vom Boden der Tatsachen
bis in den siebten Himmel,
feile an der Statik
von Traumwelten
und setze das Fundament
auf eine Karte,
mir wird schwindelig
in schwankenden Wolkenschlössern,
die der Sonne zu nah sind,
die Herz Dame knickt ein,
und gewinnt
meinen Einsatz.

Erdnah und ausgeglichen
ist es mir sowieso am liebsten,
aber dann nähert sich mir
ein unwiderstehlicher Schritt,
über mein Festland,
mit einem Paar schöner Augen,
die mich überfluten,
und ich werde Seekrank,
die mich übertrumpfen,
wie soll ich da
den Boden unter
den Füßen behalten?

Ich suchte das Ass in Ärmeln,
in Hosenbeinen,
in den Stiefeln,
auf ihrem Körper,
in den Augen,
den Küssen,
wo verstecken sie es?

11.1.07 18:00, kommentieren