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Perspektiven

vom Wahnsinn
dazwischen:
zum ewigen Fluchtpunkt
ihrer Elfenbeine
dort flüchtet alles
hinter den Ereignishorizont
auch diese Linie
über den Nabel

hinweg
gedacht
berührungslos
schwebend auf
thermischen Feldern

lähmend
durchatmen
und von hier
entlang flankieren
zur Schulter
kurven

nieder gelassen
ein atmen
eine sicht linie
zum ursprünglichen
daneben
die erhobene Wärme
verfolgen
streifend
die Schattenseite
abstandslos
in den Zenit
ein fühlen
von dort
eine Linie
sehen
zu der fraglosen
Aussage
ihrer Augen:

zulaufend
gebündelt
flüchten Linien
verlieren sich
diffus
ich suche
ich suche
danach

"lass die Buchstaben los
und die Worte fallen,
suche hinter allem"

ihre Pupillen
trinken die Welt
und dahinter spinnt sie
meine Fremde
daraus.

2.11.06 00:29, kommentieren



Ezekiel 25:17

biblisches Zitat aus gegebenem Anlass:

"Der Pfad der Gerechten ist zu beiden Seiten gesäumt mit den Freveleien der Selbstsüchtigen und der Tyrannei böser Männer. Gesegnet sei der, der im Namen der Barmherzigkeit und des guten Willens die Schwachen durch das Tal der Dunkelheit geleitet. Denn er ist der wahre Hüter seines Bruders und der Retter der verlorenen Kinder. Und da steht weiter: Ich will große Rachetaten an denen vollführen, die da versuchen meine Brüder zu vergiften und zu vernichten; Und mit Grimm werde ich sie strafen, so dass sie erfahren sollen: Ich sei der Herr, wenn ich meine Rache an ihnen vollstreckt habe."

 


Stolze Demut

Siehst du nicht,
dass ich den Raum
sauber teile,
wie ein Blatt Papier
durch Luft schneide,
schärfer als meine Augen
bin ich fokussiert,
und schmaler zentriert,
dass an mir die Dinge vorbei gehen
oder getroffen werden müssen,
von dem, was ich bin:
dem Wenigsten mehr,
als Nichts,
das auch in dich dringt
ohne dass ich es plane,
wenn du in meinen Weg trittst.

Die Liebe ist es,
der ich einzig ergeben bin,
als treuer Gefolgsmann,
sie ist das grenzenlose
Prinzip
und entscheidet,
für mich.

3.11.06 11:45, kommentieren

D ich

In gedehnten Zeiten,
die du mir beschweigst
erglüht mein Warten.

In leeren Weiten,
die du nieder neigst,
erblüht ein Garten,

darin steht ein Baum,
an dem du mir zeigst,
wo Früchte reifen

und biegst Äste kaum
wie du empor steigst
nicht zu begreifen

meine Blicke schweifen
über reifes Leuchten,
deiner süßen Frucht

ich sehe eine Sucht
Träume zu befeuchten
welch eine süße Flucht.



(Dem, der ich nicht bin <-- ein komisches Anhängsel
bist du sie,
die dazu fehlt.)

4.11.06 01:44, kommentieren

Eine verlorene Schlacht

Wir hatten an dem Abend schon alles gemacht:
das Bier war leer,
aber wir nicht voll
der Tabak war zu Asche geworden
aber wir waren noch da
und die Filme wurden langweilig
der Döner war gut
aber wir waren satt
und es war erst kurz nach 21 Uhr
wir wussten nicht was wir machen sollten
mein Kumpel meinte auf der Straße:
"Das ist doch Scheisse"
"Was?"
"Naja, früher konnte man überall hinpissen"
also beschloßen wir
die Revolution zu beginnen,
und mit Fackeln durch die Straßen zu ziehen
um die Stadt zu verbrennen
aber das Feuerzeug war auch leer
da entschieden wir aus purem Selbsthass
ab morgen ins Balett zu gehen.

6.11.06 00:01, kommentieren

Such den Superstar

Das Leben ist keine Seifen Oper
und du bist nicht so reich & schön,
wie die im Fernsehen oder den Zeitschriften
aber das sind nur Lügen,
die dir sagen, was du
alles nicht bist und nicht hast,
und du willst was es nicht gibt:
Liebe, made in Hollywood
das Leben ist auch kein Porno
aber das ist ja kein Drama
das Leben ist nicht in den Medien
du bist das Medium
und die Hauptrolle
also spiel endlich
deinen verdammten Part
verlasse das Gefängnis
in der ersten Reihe
die Bühne ist überall
finde heraus was Liebe
wirklich ist
und wie man es macht
und wer du bist
oder willst du immer
im Publikum untergehen
und ansonsten funktionieren,
für etwas, was es nicht gibt,
entgleise von deinen Schienen
und flüchte in die Wildnis
querfeldein, nur weg
es gibt keinen Wegweiser,
es gibt keinen Text zu vergessen,
es gibt keine Szene zu vergeigen,
mach was du willst,
sag was du willst
sei was du willst.
Ich jedenfalls
würde jeden Preis
für die Freiheit zahlen,
und liebend gerne
gäbe ich mein Leben dafür.

6.11.06 00:24, kommentieren

Das Ende ist der Tod

Ich drehe mich
um mich selbst
befriedige mich nicht
ich drehe mir einen
bevor ich abdrehe
ich ziehe daran
man dreht mir einen Strick daraus
aber ich ziehe den Kopf aus der Schlinge
ich schlinge das Essen runter
und schiebe einen Trip
ich fliege hoch
ich komme nicht
ich hole mir einen
ich denke nicht an runter
aber an dich
also bin ich etwas
und schiebe einen Film
ich drehe einen Film
ich schiebe ne Nummer
und rief sie davor an
und drehe sie jetzt um
von hinten
gelesen
ist sie anders.

6.11.06 15:31, kommentieren

Weiter

Aufwachsend lebt man selbst,
und das Leben als Eines,
aber irgendwann sterben Dinge in dir
und Stürme peitschen deine Seele auf
und du bildest das Holz
aus dem man geschnitzt sein muss
wenn man älter werden will.

6.11.06 17:23, kommentieren