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In die Stadt gehen

Ich hasse das Bier
dass ich mir gerade bestellt habe
und jeden Schluck daran,
den ich bezahle
aber es muss weg
weil ich es hasse

genau wie die Frau an der Bar
die mir mir flirtet
aber mich 100% nicht anspricht
muss man den alles selber machen?
ich trinke das Bier,
das ich hasse,

genau wie die Brötchen,
immer suche ich mir die aus,
die ich eigentlich nicht will
und die Bäckerin wünscht mir
dann auch noch ein schönes Wochenende.

23.9.06 10:00, kommentieren



Auf dem Parkplatz

Sie ist eine Frau,
wie es mir gefällt:
kaffebraun und ihr krauses Haar
ist zu vielen Rastalocken geflochten
sie ist nicht zu hübsch
und ihr Gesichtsausdruck würde ich beschreiben als
eine Art Mischung aus
gleichgültigem Optimismus
und wehmütiger Herzenswärme
so raucht sie eine Zigarette
und ich gebe mir einen Ruck,
frage sie ob sie noch eine hätte
"Ja klar, hier" sie gibt mir Feuer
dabei rieche ich ihre rauchige Hand
und muss husten
"Bin Nichtraucher" sage ich
dann kommt der Typ auf den sie gewartet hat
und sie fahren weg.

P.S
(Ihre Stimme war auch rauchig)

23.9.06 10:04, kommentieren

Give me Stimulation

Metal, so laut, dass die künstliche Fassade bröckelt,
zu viel Kaffe, dass mein Herz stolpert,
mit den Eiern auf dem Subwoofer und den Boxen
direkt an den Ohren dazu obligatorisches Bier schlabbern:
das alles ist bald nicht mehr genug:
überall Sachen auf dem Boden
die mich hier festhalten,
und diese Kleider hängen an mir drann,
nackt will ich auf einer taufrischen Wiese erwachen
und da ist natürlich alles in Ordnung.

23.9.06 10:16, kommentieren

Zwang(s)haft

Ich entscheide mich nicht
in die Stadt zu gehen,
dort trinke ich den Espresso,
der besser ist als das Zeug zu Hause
und suche Gründe durch die Hauptstrasse zu gehen
und hole mir also eine Schubert CD
und in einem Antiquariat so n lyrisches Ding
auf jeden fall ist es nur Konsum von
Produkten des selben Unglücks,
was aber besser verkäuflich ist
als meines,
dann spiele ich noch Lotto
auch wenn ich nicht gewinne
sind mir 2 Wochen Hoffnung
die 6,25€ wert
und es ist mir peinlich
vor der geilen Frau
die gegenüber Kaffe trinkt,
irgendwie wirkt das als wäre ich nicht reich,
der Kiosk Typ macht sie an
und ist unfreundlich zu mir
weil ich ein Konkurrent bin
ich bin so frei.

23.9.06 16:21, kommentieren

Zap Randale

absichtlich originelle,
innovativ pornographierte
Gewalt-Gedichte ficken
wie schlagwörtlicher Sex
mitten in den Nerv
der prostituierten Zeit
von heute.

1 Kommentar 23.9.06 16:23, kommentieren

Männerfeindlichkeit

Auf dem Spielplatz tummelt sich
die weibliche Auslese der männlichen Elite:
junge und gutaussehende,
im schlimmsten Falle auch noch nette
und intelligente Mütter,
wobei mir letzteres zweifelhaft erscheint
jedenfalls beobachten sie ihre kleinen
Hochleistungszüchtungen,
mit Blicken als wären sie gerne noch mal Mädchen
und wundern sich dabei
dass ihr Leben sich im Sand verläuft
einer der Kleinen pinkelt in den Sandkasten
aber das finde ich weniger ekelhaft.

23.9.06 16:36, kommentieren

Liebe im Krieg


Die Nacht ist/ nicht mehr dunkel genug/
die Menschheit zu verschlingen/
ihre Kühle beruhigt mein Gemüt nicht/
dunkler bin ich/ als sie und schrecklicher/
als ihr Schrecken/ brennt ein Feuer/
aus meinen Augen/ das sie durchbohrt/
zu früh dämmert/ billiges Licht/
als dass ich nur einen Menschen vergessen/
und ein wenig allein sein könnte/
mit meiner Andersartigkeit/
der Engel trägt ein Schwert/
in die verblendete Sonne.

23.9.06 16:37, kommentieren