Wunschzettel

Ich würde gerne ein gutes Gedicht im Kopf haben
und es vergessen und mir ist das egal
und ich würde gerne ein gutes Gedicht schreiben
und es niemandem zeigen und es ist mir egal
es handelt von meiner Liebe
(und es ist mir egal).

13.11.07 20:42, kommentieren

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Text

Worte zu lesen ohne sie verstehen zu wollen
ist Gründüngung für Asoziative Felder
ich meine das Wort Gründüngung
lies es mal ohne es zu verstehen
oder Ammonium. 

13.11.07 20:41, kommentieren

Leider Leider

Es ist dein Ernst
dein Augenblick
im Regen
es hat mich bezaubert
leider hat es aufgehört
leider lächelte ich
unmerklich war es
leider augenblicklich
vorbei.


13.11.07 20:39, kommentieren

Übergänge

Was macht die Nacht
was macht die Dunkelheit
aus deinem Sommerkleid einem Lichtschacht dem Brombeerdickicht an einer Mauer Schatten aus einem Rascheln im Laub wenn wir zum See gehen zur See fahren wir waren zuständig und gingen über und unter und so weiter was ist eine Lichtung in der Nacht was ist Dichtung unter Menschen gestorben ist Halbschatten zwielichtig im Halbdunkel gegenüber gestellte Gestalten holen wir uns einige Liter Flutlicht aus der Lichtquelle und tragen es in hözernen kühlen Eimern nach Hause ein schummriges Volumen wabernd sang es im Inneren ein Schlagschatten im Gegenlicht Dampf zerstäubter Aerosole aus den Nüstern schwarzer Pferde die warm sind heissgeritten auf der Haut niedergeschlagen polarisieren sich im Streiflicht beim Heraustreten Katzenaugen blenden die Kontraste ein Sonnenfleck gleißend und beim Eintreten in die Wohnung bereite ich mich auf all das Blut vor es ist aufgeräumt und keiner da es ist im Vollmond er scheint auf der Schneedecke und es ist Mondfinsternis in diesem Nachtschatten es ist Sonnenfinsternis im Hochsommer in Sekundenschlaf wird es schwarz vor Augen sieht man nicht die eigene Hand so hell war es im diffusen Licht ich hatte ein Black Out.

Handwärmestrahlen deiner unmittelbaren Nähe zerfallen mir dämmernd unter den fingern sterben sie weg wie die Sonne hinterm Berg
augenscheinlich ins Schwarz übergeht das die Abwesenheit von Licht bedeuted also Dunkelheit sie ist was wir nicht sehen daher lieben wir sie
und fürchten sie zurecht denn unsere Vorstellungen werden in ihr nicht enttäuscht ihr Schritt ist immer einen vorraus der Schatten wurde nie beleuchtet

Morgen bricht an

wortverloren 

12.11.07 22:11, kommentieren

Sehpurpur

Das Sonnenlicht geht in allen Richtungen
an das All verloren
nur ein kleiner Abglanz erreicht
den blauen Planeten
und ein Bruchteil davon mich,
das heruntergekürzte Restlicht
hat mich auf deine Netzhaut projiziert
kopfüber und das Retinal ändert seine Struktur
seine Information wird umgewandelt
in einen Strom über Nervenbahnen
mit depolarisierten Ionenkanälen
geht sie über Kreuz in deine
2 verschiedenen Hirnhälften
in denen du dir ein Bild von mir machst

was in meinem Kopf von dir ankommt
an Information lässt mich dich begreifen wollen
ich bin total neugierig
und sehnsüchtig geworden.

12.11.07 18:15, kommentieren

Süß Sauer

(Sarah Kirsch gewidmet) 

Sie schreibt so nah am Text
wie du es liest wenn du dir die Zeit nimmst
und dich berührst
Gedichte an ihren Geliebten
Sarah Kirsch du malst schwarz und
wild toll wütend im Schatten
Reich der Morellen sind Regenbogen
mit Zitrone zubereitet.

12.11.07 17:55, kommentieren

Rundwege

Wo ist der Eingang zu Traumwelten
in einer Welt in der man sich oft verläuft
was ist mit den Dingen die man erst findet
wenn man sie nicht mehr sucht so
wie eine Art selbstregulierendes System

und was ist mit den Momenten an denen
ich deine Schritte gehört habe vor oder
hinter meiner Türe, den Luftzug und
vor dem Fenster waren sie und du hast
angeklopft hier wurde alles gesagt

was ist mit dem Gefühl alles erledigt zu haben
und etwas vor sich zu haben was einem
zu Füßen liegt wenn man aufsteht
und gespannt ist was der Tag bringt
und nicht dem Traum nachtrauert sondern

direkt die Strümpfe anzieht und die Laufschuhe
oder den Kaffee macht und sich freut
auf den Kaffee den man gerade macht
was ist mit einem Abend der gerade beginnt
und an den man sich noch nach Jahren

erinnert und mit Adjektiv daran zurückdenkt
und sich fragt was ist mit den Abenden
und wo ist der Eingang zu Traumwelten
in einer Welt in der man sich auf dem Weg
zu den eigenen Eltern verfahren hat.

Was ist mit den Zeiten in denen man
eine Meinung hatte die man heute belächelt
und früher hatte man deswegen Profil
und die Menschen liebten dich dafür
ihnen zu zeigen dass es das noch gibt

Aber keiner nahm dich und hielt dich
artgerecht das kann man heutzutage gar
nicht mehr in den Stadtgebieten gibt es
viel zu wenig Platz für so was
aber bring ihn doch mal zum Kaffeeklatsch

vorbei an der Ausfahrt bin ich gefahren
weil ich darüber nachdachte wo der
Eingang zu Traumwelten ist in einer
Welt in der man sich oft verläuft
in irrsinnigen banalen Selbstverständlichkeiten.

11.11.07 19:51, kommentieren